Der Bundespräsident

Alle Jahre wieder …

… wird in der BRD ein Bundespräsident gewählt (offizielle Abkürzung: BPr.), mit einer Amtszeit von 5 Jahren (mit der Möglichkeit einer einmaligen Wiederwahl, also maximal 10 Jahre).
Der Amtssitz ist das Schloss Bellevue (insgesamt 10.000 Quadratmeter, die Küche hat 300 Quadratmeter und der Park hat zusätzlich 75.000 Quadratmeter; aber kein Vergleich zum Elysée-Palast in Paris).
Das offizielle deutsche Staatsoberhaupt hat in unserer Demokratie fast nichts zu entscheiden, dafür aber häufig umso mehr zu sagen. Sein Konterfei erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei den Briefmarkendesignern der Deutschen Post.

Am 18.03.2012 wurde Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt. Er verlor zwar die Wahl 2010 gegen Christian Wulff, und wurde nach dessen Rücktritt (Ermittlungen wegen Vorteilsnahme im Amt (endete mit Freispruch) und Beeinflussung der Presse) im Jahre 2012 mit 80% der Stimmen im ersten Wahlgang von der Bundesversammlung gewählt.

Christian Wulff war bei seiner Wahl 2010 mit 51 Jahren der jüngste in diesem Amt; Joachim Gauck (geboren 1940) überholte im September 2015 Theodor Heuss als ältesten amtierenden Bundespräsidenten. Er gab im Juni 2016 bekannt, das er nach Ablauf seiner Amtszeit nicht mehr als Bundespräsident zur Verfügung stehe [Der Autor dieser Seite übrigens auch nicht, zumindest nicht 2017 — Ich weiß: Sehr Schade].

Wahl 2017

Der Poker um das höchste Amt im Staate begann im Sommer 2016. Nachdem die SPD im Alleingang Frank-Walter Steinmeier (bis zum 27. Januar 2017 amtierender Bundesminister des Auswärtigen, dann durch Sigmar Gabriel abgelöst) ins Rennen gebracht hatte, waren CDU und CSU zunächst wenig begeistert. Doch auch nach längerer Suche fanden die christlichen Parteien keinen geeigneten (und zur Verfügung stehenden) Kandidaten in den eigenen Reihen.

Zudem war der politische Druck hoch, wenigsten bei diesem Thema Einigkeit zu demonstrieren und mit einem gemeinsamen Kandidaten Geschlossenheit zu signalisieren. Und so einigten sich die drei großen, sogenannten Volksparteien, schließlich Ende November 2016 auf Frank-Walter Steinmeier (* 1956), der 2009 als Kanzlerkandidat gegen Angela Merkel antrat.

Die Chancen standen von vornherein sehr gut. Die große Koalition „besaß“ in der Bundesversammlung 73,5% der Stimmen. Die Wahlmänner -und Frauen sind zwar prinzipiell in der geheimen Wahl unabhängig von Fraktionszwängen oder Weisungen — aber das ist Theorie.

Und so wurde durch die (16.) Bundesversammlung am 12. Februar 2017 im Reichstagsgebäude in Berlin denn auch Frank-Walter Steinmeier mit etwa 74 % der abgegebenen Stimmen zum 12. Bundespräsidenten gewählt. Einer Mehrheit, die an die Wahlen des „Staatsrats der DDR“ und ähnlicher Organe erinnert.

Die weiteren, von den anderen Parteien, nominierten Anwärter (wenngleich chancenlos) waren:

  • Christoph Butterwegge (* 1951); Professor für Politikwissenschaft an der Universität Kölm — Die Linke
  • Albrecht Glaser (* 1942); (Kommunal) Politiker; nach 40 Jahren aus der CDU ausgetreten — AfD
  • Alexander Hold (* 1962); Ja, der von Sat 1; Auch im richtigen Leben war er Richter — Freie Wähler, BVB/FW

Intention

Auf diesen Seiten finden sie alles, was sie über das Amt des deutschen Bundespräsidenten jemals wissen wollten. Kurz und präzise.
Wozu? Damit sie bei der nächsten Wahl mitreden können, brauchen Sie eben ein solides Hintergrundwissen.

Fangen wir mit der Geschichte an: eine Liste der bisherigen deutschen Bundespräsidenten mit Kurzbiographie — einfach um die Vorgänger ein bisschen kennenzulernen.
Und dann ganz wichtig: was bringt der Job an Aufgaben und Pflichten so mit sich? Und zum Schluß: wieviel verdient der Bundespräsidenten denn so?

Bundespräsidenten Nachfolge

Wulff Nachfolger Gesucht

Die Kandidaten für die Nachfolge von Christian Wulff (die Liste ist aufgrund der Absurditäten um dieses Amt von schwarzem Humor geprägt) stehen zwar größtenteils schon fest, aber die Zeit reicht noch um Gegenkandidaten aufzustellen.

Horst Schlemmer

Bisheriger Beruf: Chefredakteur » Motto: Isch kandidiere! » Qualifikation: Konnte zwar [als Kunstfigur von Hape Kerkeling] sein Ziel, zum Bundeskanzler gewählt zu werden, nicht erreichen. Hat aber zahlreiche prominente Unterstützer, und definitiv einen Zugang zur Volksseele.

Chuck Norris

Bisheriger Beruf: Legende » Motto: Ich verzichte auf meine Rechte — meine Linke ist sowieso schneller. » Qualifikation: Kein Meister vieler Worte, aber seine Handlungen sind immer von einem durchschlagenden Erfolg gekrönt.

Dr. Udo Brömme

Bisheriger Beruf: Jurist » Motto: Zukunft ist gut für alle! » Qualifikation: Kunstfigur gespielt von Ralf Kabelka, Redaktionsmitglied der Harald Schmidt Show [R.I.P; 2014]

Uli Höneß

Bisheriger Beruf: Finanzjongleur » Motto: Ich kann das erklären … » Qualifikation: Dirigierte den Club Bayern München erfolgreich und formte ihn zu einer der effizientesten Gelddruckmaschinen in Europa. Lebt zurzeit in beschränkten Verhältnissen und weiß die langläufigen Korridore im Schloss Bellevue sicher zu schätzen.

Otto Schily

Bisheriger Beruf: Rechtsverdreher Gelernter Rechtsanwalt » Motto: Die Terroristen sollten aber wissen: Wenn ihr den Tod so liebt, dann könnt ihr ihn haben. [Interview 2005; Der Spiegel] » Qualifikation: Wird als Wendehals auch jeden zukünftige Konflikt zu Gunsten seiner Person des deutschen Volkes meistern. Hat als ehemaliger RAF Verteidiger, Mitbegründer der Partei „Die Grünen“ und SPD Innenminister so oft das Lager gewechselt, das auch dieses Amt ihn kaum aus der Fassung bringen wird.

Noch mehr? Hier ist die vollständige Liste der Kandidaten für die Nachfolge des amtierenden Staatsoberhaupt der BRD.

Politik des Bundespräsidenten

Trivia

Wort des Jahres

In Österreich ist „Bundespräsidentenstichwahl-Wiederholungsverschiebung“ (ja, die können den Begriff „selbstironisch“ noch anwenden) und in Deutschland „Postfaktisch“ zum Wort des Jahres 2016 gewählt worden.

Postfaktisch

Der Begriff Postfaktisch beschreibt einen (gesellschaftlichen) Zustand, in dem die Fakten zugunsten einer (kollektiv) gefühlten Wahrheit zurückgedrängt werden (bzw. Fakten seien keine Fakten, sondern Machenschaften der Lügenpresse). Kurz: wer lügt gewinnt!
Das lateinische Präfix „post-„ wird wörtlich mit „später, hinter, nach“ übersetzt: Bekannte Beispiele sind „post mortum“ (= nach dem Tod) oder „post festum“ (= wörtlich: nach dem Fest; metaphorisch: nachher, wenn alles vorbei ist).

Allerdings wandelt sich die Bedeutung manchmal im Verlauf von Jahrzehnten: siehe den in den 1960iger Jahren neu entstandenen Begriff „Postmoderne“ der im US-amerikanischen Literaturdiskurs vor allem von Irving Howe, Susan Sontag und Leslie Fiedler um-geprägt wurde.

Politik

Zwei Zitate von Jean-Claude Juncker, seit November 2014 Präsident der Europäischen Kommission:

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." (1999)

"Wenn es ernst wird, muss man lügen." (2011)

Post Skriptum

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Bundespräsident — Der erste Mann im Staat